Related Reviews
Hi Fi_
‘…the playing here is as good as it gets.’
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The Strad
‘…Pavlo Beznosiuk and the Avison Ensemble offer…perceptive performances that are brimming with energy, lyricism, spontaneity and, where relevant, convincing extra-musical detail.’
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BBC Music
'There is rhythmic vivacity'
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Audiophilia
'...the net result is simply lovely'.
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The Consort
'...point of distinction is that this is an interpretation characterised overall by lyricism - indeed gentleness - rather than panache, even on the soloist's part.'
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Musicweb International
I particularly like the way the Philharmonia Baroque Orchestra plays the last phrase piano: the music dies with the prey'.
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Halesowen News
'...they breathe new life into the splendours of the Italian Baroque with all their familiar insight and attention to detail.'
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Pizzicato
5 Stars
A glowing review in German from Pizzicato.
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Fanfare
'Strongly recommended'
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American Record Guide
'The notes are good, the sound excellent'.
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Classic FM Magazine
4 Stars
'...one of the most vibrant, authentic and involving recordings of Vivaldi's violin concertos I've heard.'
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Early Music Review
'Pavlo Beznosiuk's virtuoso playing...'
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International Record Review
'...offering up performances which are as entertaining, compelling and colourful as they are authoritative and polished.'
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Audiophile Audition
4 Stars
'powerfully played'
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Classical Source
'...performances full of thoughtful and thought-provoking insight'
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ClassicsToday.com
5 Stars
Artist quality: 10 / Sound quality: 10 "consistently first-class"
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BBCi
"A delightful new set which showcases The Four Seasons' startling originality."
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AllMusic.com
'... Beznosiuk's band is a remarkably flexible instrument.'
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Audio Video Club of Atlanta
'...beautifully characterized in sensitive performances by director/solo violinist Pavlo Beznosiuk and the fifteen members of that fine English organization, The Avison Ensemble.'
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BBC Radio 3 CD Review
Disc of the Week: 'Plenty of bold colours...recorded with immediacy and real presence on the Linn label.'
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Independent on Sunday
"...Delicious"
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BBC Radio 3 CD Review
Disc of the Week: 'Lovely, warm colourful playing.'
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MusicWeb International
'This is another excellent recording to add to the distinguished list of the best available recordings.'
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The Avison Ensemble - Vivaldi: Concerti Opus 8 - Klassik


29 November 2011
Klassik
Matthias Lange
4½ Stars

Interpretation: 5 stars 
Klangqualität: 4 stars
Repertoirewert: 4 stars

Im Kontext 
Antonio Vivaldis 'Jahreszeiten' im Zusammenhang gesehen: Zwölf Konzerte op. 8 in einer enorm qualitätvollen, detailliert gearbeiteten Realisierung des englischen Avison Ensembles mit Pavlo Beznosiuk als Solist.

Zugegeben: Es gibt unzählige Einspielungen der zu Recht berühmten 'Vier Jahreszeiten' aus der Feder Antonio Vivaldis. Wozu also eine weitere? Welcher Art kann der interpretatorische Ertrag überhaupt noch sein, wenn sich Heerscharen von Geigern und Orchestern dieser unverwüstlichen Konzerte wieder und wieder angenommen haben - oft in der Tat mit erfreulichen Ergebnissen, allzu oft aber auch ohne eigenständige Inspiration und künstlerische Souveränität?

Angesichts dieser diskographischen Lage ist es durchaus mutig zu nennen, sich als respektables Ensemble in der Gegenwart mit dieser Musik zu befassen. Doch kann auch die Gegenfrage zu den einleitenden Bedenken aufgemacht werden: Warum soll man jene Werke aus dem eigenen künstlerischen Wirken aussparen, die zwar oft interpretiert wurden, aber doch tatsächlich von reicher Inspiration sind? Pavlo Beznosiuk, Leiter und Konzertmeister des englischen Avison Ensembles wird sich mit diesen Fragen in Vorbereitung zur Produktion der vorliegenden Platte befasst haben und hat eine tragfähige Entscheidung getroffen: Die vier berühmten Violinkonzerte werden im Kontext der ganzen Sammlung ‚Il cimento dell'armonia e dell'inventione' (Das Wagnis von Harmonie und Erfindung), von Vivaldi unter der Opusnummer 8 als Zusammenhang von zwölf Violinkonzerten veröffentlicht, dargeboten. Das schafft einen spannenden Rahmen, setzt die bekannten Evergreens in interessante Beziehungen, erdet sie in gewisser Weise, führt sie zurück auf ihre Ursprünge.

Sehr überzeugende Grundentscheidungen
Natürlich waren die 'Jahreszeiten' in ihrem Entstehungsumfeld sehr früh sehr populär, und die von Vivaldi beigegebenen programmatischen Sonette haben zweifellos ihren Teil zur Entfaltung der imaginativen Kraft dieser Musik beigetragen. Pavlo Beznosiuk versucht aber einen eigenständigen Blick auf diesen bekannten Notentext und trifft etliche sehr tragfähige Entscheidungen. Zunächst ist die Frage der Tempogestaltung entscheidend: Beznosiuk hält sich und sein Ensemble abseits der zu Unrecht beliebten Raserei, agiert auch im raschen Bereich nie überdreht - es ist zu hoffen, dass die Zeit der Extreme in dieser Hinsicht endgültig vorbei ist. Denn was der versierte Violinist aus intensiv und geduldig musizierten Sätzen an Nuancen gewinnt, ist wahrlich bemerkenswert: Gerade die langsamen Sätze sind keine irgendwie zu überbrückenden Passagen zwischen den virtuos-rasanten Ecksätzen - sie werden zu ruhevollen Abschnitten voller eigenständiger Expressivität ausgeformt, die Fülle der gerade hier detailliert ausgearbeiteten, scheinbar randständigen Begleitfiguren nimmt unmittelbar für diesen Zugriff ein. Der wird auch im dynamischen Bereich fortgesetzt, in dem ebenfalls feinste Nuancen im Vordergrund stehen, was ein differenziertes Bild entstehen lässt und einer allzu plakativen Schwarz-Weiß-Ästhetik gerade in der Abfolge von Ritornellen und solistischen Episoden vorbeugt.

Diese konsequent deutende Linie wird auch bei den anderen acht Konzerten der Sammlung weiterverfolgt. Damit werden diese Kompositionen absolut ebenbürtig neben ihre zwar deutlich bekannteren, aber doch nicht im Grundsatz besseren oder substanzreicheren Schwesterwerke gestellt. Und auch die 'Jahreszeiten' profitieren von ihrer Kontextualisierung: Der geweitete Blick auf die Gesamtheit des Opus' hilft, eine verzerrte und engstirnig-selektive Rezeption zu relativieren. Daraus ergibt sich dann auch unmittelbar eine weitere ‚Rechtfertigung' für die Interpreten, sich auf dieses Terrain zu wagen - leuchten sie doch das künstlerisch üppige Umfeld der Jahreszeiten ertragreich aus.

Echter Ensemblegeist
Das Avison Ensemble hat sich in der Vergangenheit mit interessanten Produktionen hervorgetan, zuletzt mit einer delikaten Einspielung der Concerti grossi op. 6 von Georg Friedrich Händel. Auch bei Vivaldi zeigt sich die einschließlich ihres Primarius' Pavlo Beznosiuk 15 Köpfe zählende Formation agil, feinsinnig und mit enormen Qualitäten bei der Gestaltung dezenter Klangtableaus. Die Violinregister sind wunderbar gesammelt, vor allem von ihnen wird die detailreiche und konturscharfe Artikulation bestimmt. In den langsamen Sätzen lassen sich dazu immer wieder seelenvolle Lyrismen hören. Der Basso continuo agiert farbig und variantenreich, die Perkussivität der Laute ist hier ein belebendes Element, während der Kontrabass gelegentlich etwas zu weich abgebildet scheint. In der Summe zeigt sich das Avison Ensemble als tolles kollektives Instrument, aus dessen Mitte sich Pavlo Beznosiuk als Erster unter Gleichen löst: Seine solistische Haltung erwächst zwingend aus dem Ensemble. Folgerichtig ist der Geigenton des uneitlen Künstlers klar und leicht, überzeugen seine intonatorisch und technisch makellosen Fähigkeiten, auch seine bezwingende Gestaltung linearer Verläufe in ihrem konzentrierten Ansatz. Vordergründig prangende Gesten meidet Beznosiuk, ohne dass dieses Mittel der Interpretation fehlte. Das Klangbild schließlich, in dem die zwei Stunden exzellenter Konzertkunst realisiert sind, ist warm, substanzreich, ausgewogen, plastisch und doch nicht hart. Die Register sind angemessen balanciert, der Raumanteil ist bei aller Sammlung hörbar, Beznosiuks solistische Ebene wirkt glücklich ins Gesehen integriert. Im Booklet gibt es solide Informationen nur auf Englisch, Vivaldis Sonette zu den Jahreszeiten sind ebenfalls in englischer Sprache abgedruckt.

Beznosiuk und sein harmonisches Avison Ensemble deuten Vivaldis Konzerte nobel, mit einer erstaunlichen Gelassenheit, dabei mit gesammelten Registern und plastisch musizierten Details durchaus brillierend. Vivaldi wird erstaunlich klar als Meister des Largos charakterisiert, was im Kontrast dazu die alles andere als verhetzt genommenen raschen Sätze überzeugend Gestalt gewinnen lässt. Auch die allfälligen Ritornelle werden nicht einfach abgespielt, sondern variantenreicher Binnendeutung unterworfen. Und diese überzeugenden Gestaltungsideen werden keineswegs in den prominenten 'Vier Jahreszeiten' verschlissen; auch die weiteren Konzerte des Opus' profitieren von diesem detailreichen Ansatz. In den Ensemblezusammenhang fügt sich das souveräne, präsente und doch vollkommen unaufdringliche Spiel Pavlo Beznosiuks ein, der sich damit weit abseits romantisch verklärten Virtuosentums auch als Solist im Ensemble wirkend sieht. Vor allem aber der diskographisch interessante Kontext der komplett eingespielten Sammlung op. 8 sollte interessierten Hörern die Entscheidung leichter machen, sich ganz ohne schlechtes Gewissen für eine weitere Einspielung der populärsten Werke Antonio Vivaldis zu erwärmen - sie würden dafür bemerkenswert belohnt.    


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