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ConcertoNet.com
'...this is a very beautiful record that will delight the admirers of Fasch...'
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Forbes
CD of the Week: '...absolutely jumps out of the speakers for the vitality of the performances and the audiophile sound.'
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Early Music Today
5 Stars
'Bassoonist Peter Whelan is outstanding, although the whole group plays with uncanny rapport, turning Fasch's smart blends of instrumental timbres, baroque and galant styles, elegant Largos and frisky, virtuosic Allegros, into a stream of unalloyed listening pleasure.'
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Ich Habe Gehoert Blog
,,Eine der schönsten CD des Jahres!''
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BBC Music Magazine
5 Stars
'Chamber Choice': 'Full of playful contrapuntal ideas and energetic passagework...this music positively flourishes in the hands of the Ensemble Marsyas.'
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Early Music Review
'...an overwhelmingly joyful listening experience...'
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The Guardian
'...the real star is Peter Whelan's bassoon, burbling through its vast range with dancing precision, underpinning the quartets and shining in a C major concerto...'
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BBC Radio 3 'CD Review'
'delightful wind chamber music'
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Irish Times
5 Stars
'...you can expect to be delighted by the distinctive colours as well as the often gutsy brio of the playing.'
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Ensemble Marsyas - Fasch - Toccata


01 November 2014
Toccata
Robert Strobl

Man traf sich in Basel an der Schola Cantorum im Studium, man spielte im European Union Baroque Orchestra. Dann trat man 2007 in Brügge zum renommierten Alte-Musik-Wettbewerb an und gewann sowohl den ersten wie auch den Publikumspreis. 2011 folgte dann die Gründung des festen Ensembles, in Edinburgh. Man nannte sich Ensemble Marsyas.

Wer? Was? Peter Whelan (Fagott), Pamela Thorby (Blockflöte), Josep Domenech Lafont, Molly Marsh (Oboe), Alec Frank-Gemmill (Horn), Sophie Gent, Huw Daniel (Violine), Alfonso Leal del Ojo Chamorro (Viola), Sarah McMahon (Cello), Thomas Dunford (Theorbe), Philippe Grisvard (Cembalo) - das sind die Mitglieder des inzwischen drei Jahre alten Ensembles. Seit 2011 veröffentlichte man auch drei CDs, eine Zelenka-CD (2011), eine Barockfagott CD (,,The proud Bassoon", Anfang 2014) und nun eine CD mit „Quartets and Concertos" von Johann Friedrich Fasch (1688-1758).

Der Satyr Marsyas wiederum ist der Gegenspieler zu Gott Apoll. Er, der Begleiter der Kybele, der uralten Magna Mater, findet die Doppelflöte (Aulos) der Athene. Die Göttin der Weisheit hatte sie einst erfunden, doch im Wasserspiegel gesehen, wie das Blasen des lnstruments ihr Gesicht entstellte. Sie hatte die Flote weggeworfen. Nun erlernt Marsyas als Autodiktat das Flötenspiel und wird bald so perfekt, dass er Apollo zum Wettstreit herausfordert und die Musen zu Schiedsrichtern gewinnt. Die sind zunächst im Kampf Leier gegen Au los auf der Flötenseite. Doch als Apoll zu seinem Kitharaspiel auch noch singt, geht der Siegeslorbeer an diesen. Und wie es nun bei siegestrunkenenG öttern so üblich war, feierte der seinen Sieg, indem er Marsyas an einer Fichte aufhing und ihm bei lebendigem Leib die Haut abzog. Aus seinem Blute ergoss sich dann der gleichnamige Fluss, irgendwo in Phrygien. Natürlich ist das eine Hybris-Allegorie. Orks gegen Eiben, Stinker gegen Schöngeist, Menschen gegen Götter. Die Moral von der Geschicht': Erhebe dich nicht als Halbgott oder gar Sterblicher über das zeitlos, vollkommene Göttliche - fordere sie nie heraus, die Bewohner des Olymp! Ihre Rache ist grausam! Ist der Ensemblename Marsyas also eine glückliche Wahl? Nun, immerhin hatte dieser Faun das Spielen eines Blasinstruments so gut beherrscht, dass er es rein instrumental nicht nur mit Apoll aufnehmen konnte, sondern indiesem Wettbewerb sogar vorne lag. Erst als Apoll zu singen begann, war es aus und vorbei. Und dass der Mensch nicht unbedingt der besten Sänger einer ist, das wissen wir spätestens, seitdem landauf, landab die Superstars in unseren landen gecastet werden.

Von daher ist der Ensemblename stimmig. Denn hier bläst man derartig gut, dass einem Sehen und vor allem Hären vergeht! Mit Johann Fried rich Fasch, dem Kapel lmeister des Hofes zu Anhalt-Zerbst, haben sie aber auch einen gerissenen Vertreter seines Sujets gefunden. Von ihm erklingen Quartette, das in B-Dur FWV N:B2, in g-moll FWV N:g2, F-Dur FWV N:F2, d-moll FWV N:d2 sowie die Quartette für Horn F-Dur FWV N:F3, für Fagott C-Dur FWV L:C2 und für Flöte F-Dur FWV L:F6 und B-Dur FWV N:B 1.

Die Solisten prägen mit ihrem exzellenten Spiel die jeweiligen Quartette so, dass man beinahe überhört, wie gut sie begleitet werden. Die reinen, nichtsolistischen Quartette zeigen dann die Güte und Qualität des Ensembles umso deutlicher. Dabei bestechen jederzeit der weiche, samtige, delikate Klang und die souveräne Unaufdringlichkeit innerhalb der Gruppe. Hier spielt sich niemand nach vorne, hier musiziert man miteinander, nicht gegeneinander. Dies führt zu einer angenehmen,wohltuenden Harmonie, welche die Gruppe und die Interpretation stets durchströmt und den Hörerbannt. Weiter so!


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