Related Reviews
Gramophone
'Pinnock delivers a demonstration-quality set including Mahler's Lieder eines fahrenden Gesellen and a gorgeous Siegfried Idyll.'
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BBC Music Magazine
4 Stars
'Busoni's unsettling Berceuse elegiaque creates recessions of instrumental mist, beautifully poised in Trevor Pinnock's direction of the excellent RAM Soloists Ensemble, and nicely captured in this warm, close, yet clear recording.'
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Stuttgarter Zeitung
"Technisch brillant realisieren die Musiker die stilistisch so unterschiedlichen Werke. Im Mahler-Zyklus changiertder Klang zwischen anklagender Schärfe, Melancholie und Weltschmerz. Der junge Bariton Gareth Brynmor John fügt sich mitseiner hellen Klangfarbe perfekt in diese Atmosphäre ein.."
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BBC Radio 3 ‘CD Review’
'These fine young musicians show no frailty in the Busoni, Wagner's Siegfried Idyll or the chamber version of the songs by Zemlinsky and Shoenberg's own arrangements of Mahler's Wayfarer...'
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Crescendo
« La mezzo Katie Bray fait merveille dans Zemlinsky avec son timbre large et ses aigus moelleux. Son interprétation délicate sert fort bien la poésie de Maeterlinck (dans une traduction allemande), toute en évocation. »
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MusicWeb International
'The excellent Royal Academy Soloists give a good and sensitive performance which rounds off an enterprising disc.'
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AllMusic
4½ Stars
'The performances of baritone Gareth Brynmor John in the Mahler and mezzo-soprano Katie Bray in the Zemlinsky are especially warm and intimate in this setting...these performances are so ingratiating, this hybrid SACD is recommended for all listeners.'
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Gramophone
'Katie Bray's mezzo is richly spiced and colourful in potent performances of the Zemlinsky, and Austin's new arrangements manage to capture the best of both worlds, encompassing the quasi-symphonic and the beautifully intimate.'
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SA-CD.net
4½ Stars
'The work's beauty, charm and intimacy is conveyed in a way that full orchestral accounts can never match, and one could hardly imagine a finer performance than it receives here from the excellent Royal Academy of Music Soloists Ensemble.'
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Pizzicato
,,Bei soviel Sorgfalt verwundert es, dass Pinnock dafür eine so vibratoreiche Stimme wie die der jungen britischen Mezzosopranistin Katie Bray zuließ. Sie ist zwar, was Färbung und Expressivität angeht...''
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Artistxite
,,Trevor Pinnock und sein 18-köpfiges Ensemble überzeugen durch höchste spielerische Präzision und bemerkenswerte Expressivität. Diese Kammerfassungen eröffnen einen luftigen, transparenten Blick auf eine Fülle verborgener Details.''
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Classical CD Review
'...excellent...'
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Royal Academy of Music Soloists Ensemble & Trevor Pinnock - Mahler: Lieder eines fahrenden Gesellen - WDR 3 Musik TonArt


07 July 2015
WDR 3 Musik TonArt
Christoph Vratz

Autor (1): Gustav Mahlers „Lieder eines fahrenden Gesellen", geschrumpft auf eine Besetzung mit Flöte, Klarinette, Klavier, Harmonium, Streichquintett und Gesang. In dieser Bearbeitung von Arnold Schönberg eröffnen Trevor Pinnock und die Solisten der Royal Academy of Music ihr neues Album.

Aber ist das noch echter Mahler? Der große, wuchtige Orchesterapparat klingt hier so schlank und gläsern. Doch Schönberg strebte genau das an: Er wollte Mahlers originale Klangvorstellungen erhalten und sie nur auf ökonomischere Verhältnisse übertragen.

Für Pinnock sind solch kleine Besetzungen vertrautes Terrain, schließlich kommt er aus der Alte-Musik-Szene. Hier kann er seinen Sinn für feine Strukturen wunderbar demonstrieren.

Autor (2): 1918 hatte Arnold Schönberg den „Verein für musikalische Privataufführungen" ins Leben gerufen. Er wollte Musikern und Hörern die Gelegenheit bieten, neue Musik kennenzulernen. Moderne Orchestermusik sollte von Kammermusik-Ensembles aufgeführt werden. Das Sinfonieorchester im Wohnzimmer. Nach nur einem Jahr lagen knapp 30 Bearbeitungen vor, darunter Musik von Max Reger, Claude Debussy, Richard Strauss, Igor Strawinsky, Busoni (dessen „Berceuse élégiaque" auch auf dieser CD festgehalten ist)- und eben mit Musik von Gustav Mahler.

Autor (3): Bei Pinnock und der Royal Academy of Music klingen die „Lieder eines fahrenden Gesellen" wie unter dem Mikroskop. Details treten unmittelbar hervor, nie aufdringlich, sondern mit einer geradezu liebevollen Aufmerksamkeit. Den Solopart übernimmt Gareth Brynmor John, ein junger englischer Bariton mit vergleichsweise hellem Timbre. Weil er meist sehr textverständlich singt, kann man ihm gut folgen, auch ohne Beiheft in der Hand. Trotzdem erreicht er den Hörer nicht ganz. Dafür gibt es nicht den einen Grund; verschiedene Mosaiksteinchen kommen zusammen, weshalb der Vortrag nicht mehr als Durchschnitt ist. Unter anderem wirkt sein Gesang manchmal zu gesteuert und beherrscht, die Farben zu monochrom, er kann uns das Existenzielle dieser Musik nicht hinreichend vermitteln. Das symbolische „glühend Messer" in der Brust klingt beispielsweise zu wenig nach Bedrohung, nach Todesnähe oder gar Panik.

Autor (4): Die zweite Solistin auf dieser CD ist Katie Bray. Sie singt die sechs Gesänge op. 13 von Alexander von Zemlinsky. Auch hier handelt es sich um eine Bearbeitung. Der englische Komponist Christopher Austin hat Schönbergs mehr als hundert Jahre alte Idee von der kammermusikalischen Verschlankung aufgegriffen und diese Lieder jetzt für kleines Orchester gesetzt.

Autor (5): Katie Bray singt das sehr nachdenklich und melancholisch - denn sie hebt sich ihre Reserven auf, bis sie in glasklare Höhen hinauf gleitet. Das geschieht so mühelos und mit so reiner Tongebung, dass man sich ihr gerne anvertraut.

Autor (6): Diese Lieder, die von Todessehnsucht, Tränen, Abschied und vergeblichem Warten handeln, laufen schnell Gefahr, schwül und konturenarm zu klingen. Das aber ist hier nicht der Fall. Dank des schlanken und von Pinnock auch gekonnt schlank geführten Orchesters hat man immer den Eindruck, verschiedene Zwischenreiche hautnah erleben zu können, mal am Rand einer Ohnmacht, mal der Verzweiflung nahe, mal mit einem Anflug von Hoffnung.

Autor (7): Ans Ende dieser CD haben Pinnock und die Solisten der Royal Academy Richard Wagners „Siegfried Idyll" gesetzt - in der Urfassung für Kammermusik-Ensemble, wie 6 sie in Wagners Haus am Vierwaldstättersee mit 17 Musikern uraufgeführt wurde.

Autor (8): Pinnock entfacht ein flutendes Legato und lässt geradezu intim musizieren. Fast puristisch verzichtet er auf jeden Effekt. Die Musik klingt schonungslos direkt, der Hörer kann jedem Verlauf genau verfolgen und man darf sich freuen, den sonst so wagnerschwüligsten Ballast hier einmal vergessen zu können.

Autor (9): Wenn ein Dirigent wie Trevor Pinnock mit seinen Erfahrungen aus der Alten Musik auf so wunderbar uneitle Weise sich dem spätromantischen Repertoire nähert, ist das ein Gewinn. Vieles wirkt graziler, weniger fett und dadurch unmittelbarer.


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