Related Reviews
The New Listener
'Eine CD, die neue Maßstäbe im Bereich der Chormusik setzt, besonders auf dem Gebiet der „Alten Musik“, und das ist höchst erfreulich.'
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BBC Music Magazine
5 Stars
'Magnificat's director Philip Cave shapes poised, subtly expressive and finely balanced readings from the vocal ensemble...[including a] radiant performance of Palestrina's Tribularer, si nescirem.'
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Pizzicato
4 Stars
'Deeply spiritual, intimate and decelerated performances with first rate choral singing.' / „Der Spannungsbogen bleibt stets erhalten, die Phrasierung verschmilzt Text und Musik zu einer konsequenten Einheit, die chorische Ausgewogenheit entflechtet das wundersame polyphone Gewebe auf raffinierte Art und Weise.“
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Sid’s Classical Reviews
5 Stars
'...it flows beautifully and has immense emotional intensity…It's a wonderful recording.’
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Andrew Benson Wilson.org
'This is a glorious way to celebrate 25 years of fine music making.'
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Kevin Bryan’s Reviews
'splendid'
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Planet Hugill
5 Stars
'The singing on this disc brings out the dark richness to the textures.'
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Choir & Organ
5 Stars
'sublime'
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All Music
4½ Stars
'sumptuous...they balance inwardness with text-centered singing and profound lyrical beauty. Highly recommended.'
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Gramophone
'Magnificat's velvety sound is at its most luxurious. This sonorous ensemble create a wonderfully melancholic sound world. Their interpretations of the post-Josquin generation of continental composers are among the finest on disc.'
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The Observer
4 Stars
'...the pure, unadorned quality of the singing and the range of music make this essential listening.'
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Early Music Review
5 Stars
'So distinguished is every track on this pair of discs, and so distinguished are the performances of every track, that each item is a good reason by itself for purchasing the album.'
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McAlister Matheson Music
'Fascinating...The sixteen-strong choir Magnificat draws out the essence of this music over a generous eighty-four minutes, matching the excellent scholarship that has led to this disc.'
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The Sunday Times
'The singers exquisitely shape and blend each one.'
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Magnificat - Scattered Ashes - musikansich.de


16 April 2016
musikansich.de
Georg Henkel

Selbst der ansonsten überaus tolerante Macciavelli vermochte in im radikalen Wirken des Dominikanermöchs Girolamo Savonarola (1452-1498) nur verblendeten religiösen Fundamentalismus zu erkennen. In nur wenigen Jahren war es dem Bußprediger gelungen, die Stadt Florenz in seinen Bann zu ziehen, die mächtigen Medici zu vertreiben und eine Voksregierung zu etablieren. Ein Höhepunkt war gewiss das "Feuer der Eitelkeiten", in dem Savonarola nicht nur 'heidnische Bücher', laszive Kunst, Schmuck und Luxusartikel, sondern Kunst, kostbare Möbel und Kleider in Flammen aufgehen ließ. Mit seinem Streben nach Reinheit und Heiligkeit, das sich an sozialen Misständen und der Korruption der Reichen und Mächtigen entzündete, mischte Savonarola sich schließlich auch in die große (Kirchen)Politik ein und geriet zwischen die Fronten aus Italienern, französischem König und dem Papst. Sein Ende kann nicht überraschen: Er wurde schließlich exkommuniziert, gestürzt, zum Tode verurteilt und hingerichtet. Seine Asche wurde in den Arno gestreut.

Während seiner Zeit im Gefängnis verfasste Savonarola Schriften, die aus dem Kerker geschmuggelt wurden und erhalten blieben. Unter anderem medititerte er über den 50. Psalm, das "Miserere", den wohl berühmtesten der biblischen Klage- und Bußpsalmen. Er schrieb dazu einen ergreifenden Text, dessen Beginn "Infelix ego" - "Ich Unglücklicher" lautet und in dem er seine Schwäche beklagt (unter der Folter war er zu einem Geständnis getrieben worden, das er kurz vor der Hinrichtung aber widerrief, was durch Fälschung der Prozessakten jedoch unterschlagen wurde).

Das englische Ensemble Magnificat hat nun Vertonungen des Infelix Ego sowie des Miserere nebst einiger verwandter Kompositionen, die mit dem Wirken Savonarolas in Verbindung stehen, auf einem Sammelalbum vereint. Dessen Titel Scattered Ashes spielt auf das tragische Ende des Savonarola an, dessen markantes Profil auch das Cover der Aufnahme ziert. Die Musik im reifen Stil der Hoch- und Spätrenaissance lässt wenig von den dramatischen Ereignissen in Florenz ahnen. Allen Werken gemein ist ein klagend-melancholischer Ton, der von den renommierten Komponisten - u. a. Josquin des Prez, Giovanni Pierluigi da Palestrina, Orlando di Lasso oder William Byrd - auf jeweils ganz eigene, meisterliche Weise realisiert wird.

Gelungen ist auch die sensible, klangschöne Interpetation des Ensembles, das mit seinen zehn SängerInnen eine harmonische Mitte zwischen Solistenensemble und Kammerchor präsentiert. Die ebenmäßige Tongebung, die Homogenität und Intonationssicherheit bezeugen den hohen Stand der englischen Chortradition und ihrer mustergültigen, 'reinen' Interpretationen Alter Vokalmusik. Das fein gestaltete An- und Abschwellen der Dynamik und die sorgsamen Klangfarbenmischungen, die Ebenmäßigkeit und Ruhe des Musizierens lassen die Satzkunst im Detail wie im großen Bogen aufleuchten. Auf gewisse Weise hat Savonarola mit dieser Produktion einr Art spätes "Requiem" bekommen - Frieden seiner Asche!


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Scattered AshesScattered Ashes