Related Reviews
Mojo
4 Stars
'Liane Carroll doesn't just sing jazz. She is jazz. This is jazz of the highest quality. Believe.'
more >>
Jazzwise
4 Stars
'exceptional album'
more >>
The Guardian
4 Stars
'...casually expressive, unblinkingly honest, and often charmingly autobiographical album by the superb British standards-and-ballads singer Liane Carroll...'
more >>
Jazzwise
‘Liane Carroll has that rare ability to meld effortless, often transcendent vocal and piano technique, with heart stopping emotion and soul bearing power. It should be no surprise then that her latest album, Seaside, combines all this with a savvy sophistication befitting of one of Britain’s finest jazz singers.’
more >>
BBC Radio 2 'Jamie Cullum'
'Another great British musician; a big fan of hers…well worth your time, the whole album…the title track is a beautiful one written by Joe Stilgoe.'
more >>
The Jazz Breakfast
'Liane Carroll has to be the most flexible singer in the business, capable of such sensitive delicacy one minute and such gutsy raunchiness the next. This disc continues her purple patch.'
more >>
BBC Radio London ‘Robert Elms’
Live In Session ‘She was great. It’s a really good album.’
more >>
York Press
'Liane Carroll's finest work to date.'
more >>
The Observer
4 Stars
'It's a haunting piece ["Seaside"], beautifully arranged, which brings out her extraordinary ability to absorb the essence of a song and deliver it with such candour that you scarcely notice the artistry involved.'
more >>
London Evening Standard
4 Stars
'Carroll sends her big, warm voice swinging through "Almost Like Being In Love" and the Morecambe and Wise theme, "Bring Me Sunshine". There's soul here, too, on a version of "Mercy Now" by Mary Gauthier; a sensitive take on Alison Krauss's already fragile "Get Me Through December" is set to prompt oceans of tears.'
more >>
The Scotland Herald
'... immaculately produced by James McMillan, this is not only Carroll's best disc, but one of the finest non-classical releases in the Linn catalogue.'
more >>
AP Reviews
'...an inviting musical promenade which encounters sunny exuberance, swaggering grooves and tender, reassuring love, sometimes tinged with melancholy.'
more >>
BBC Scotland ‘Jazz House’
‘She is just the biggest, best bundle of musical fun you could possibly imagine. She is also one of the most fantastic jazz singers and pianists in the world. Her name, is Liane Carroll…from it is a blistering version showcasing no only Liane’s fabulous piano playing, but her amazing scat singing on “Almost Like Being In Love”...It's quite phenomenal...She's a real star.'
more >>
The Sunday Times
'The title number, written by the irrepressible Joe Stilgoe, has to be one of the finest new songs of the year, the bittersweet lyrics burnished by Evan Jolly's brass-band arrangement.'
more >>
The Scotsman
4 Stars
'The warm-voiced and open-hearted singer and pianist Liane Carroll pays tribute to her home port of Hastings, nailing her colours affectionately and often passionately to the mast.'
more >>
BBC Radio 3 ‘Jazz Line-Up’
'She has the remarkable ability to sing every song totally from the heart as if she has just written it herself...this is the title track written especially for her by the uber-talented Joe Stilgoe.'
more >>
Bebop Spoken Here
'another outstanding project'
more >>
Jazz Views
'This is a wonderful album by one of our greatest jazz talents so full of quality and diversity. I doubt if there will be a better vocal based recording issued anywhere this year.'
more >>

Liane Carroll - Seaside - The New Listener


20 September 2015
The New Listener
Oliver Fraenzke

Liane Carroll entführt den Hörer mit ihrem neuesten Album ans Meer. In wechselnder Besetzung singt sie zehn Songs verschiedenster Komponisten, das titelgebende Seaside wurde dabei von Joe Stilgoe exklusiv für die Sängerin und ihre Passion für die See geschrieben, womit er den Anstoß zu vorliegendem Album gab.

Wenn Liane Carroll zu singen beginnt, hört die Welt auf, sich zu drehen. Vom ersten Augenblick an bezaubert die britische Sängerin und Pianistin mit ihrer einmaligen Stimme, deren angenehm rauer Klang den Hörer sofort gefangen nimmt. Jedem Stück gibt Carroll eine vollkommen eigene und unnachahmliche Note, alles ist aus vollster Leidenschaft und mit selbstbesonnener, tiefer Empfindung gesungen und wirkt sowohl reflektiert als dennoch auch so unmittelbar spontan, als hätte sie die Songs gerade eben zum ersten Mal für sich entdeckt. Im Großen und Ganzen bevorzugt sie zwar für ihre Vorstellung der Seelandschaft gemessene Tempi, doch überzeugt sie auch in vorwärtstreibenden Passagen sowie wilden Scateinlagen. Die Musik ist ständig progressierend, immer streben die Titel nach Entwicklung und verbinden teils vollkommen auseinanderstrebende Abschnitte mit höchster Eleganz und Stilsicherheit.

Was dieses Album so vielseitig und abwechslungsreich macht, ist die Tatsache, dass Liane Carroll nicht auf eine feste Besetzung für ihre Songs vertraut. Nach jedem Track wechselt die Zusammensetzung ihrer Mitstreiter, und auch innerhalb der Stücke changieren manche Spieler zwischen bis zu drei Instrumenten. Dies lässt die Musik nicht einmal annäherungsweise Gefahr laufen, in Gleichförmigkeit zu versinken, denn durch fortwährend sich verändernde Klangkulisse bleibt sie durchgehend frisch und sorgt für stetige Überraschungen. Jedes Instrument ist sorgsam ausgewählt und trägt zum Gesamtbild maßgeblich bei, zu keiner Zeit scheint ein Element zu fehlen oder überflüssig zu sein. Und ob für eine Nummer nun eine volle Klangkulisse mit bis zu neun Instrumentalisten (inklusive der auch am Klavier tätigen Liane Carroll) oder eine intimere Konstellation mit beispielsweise nur Gitarrenbegleitung völlig ohne Schlagwerk zum Einsatz kommt, hat überhaupt keinen Einfluss auf das exzellent abgestimmte Zusammenwirken aller Kräfte. Dies hat zwar zur Folge, dass einige Musiker nur in ein oder zwei Stücken zu hören sind, aber ungeachtet dessen nimmt jeder eine entscheidende Rolle ein und keiner fällt aus dem eingespielten Einheitsgeist heraus. Elektronische und akustische Klaviere, Gitarren und Bässe fügen sich neben Schlagwerk, Flügelhörnern, Trompete, Euphonium, Saxophon, Posaune, Tenorhorn und sogar Vibraphon in unzähligen Konstellationen zusammen.

Übergreifendes Verbindungselement des Albums ist selbstredend das Meer, ob nun Liane Carroll die Nummern nur mit Strandspaziergängen verbindet oder ob der Textinhalt sich auf das Wasser bezieht - und das ist bei Carrolls außergewöhnlich guter Textverständlichkeit leicht mitzubekommen! -, wirkt doch alles sehr fließend und ist umgehend mit dem feuchten Element in Verbindung zu bringen. So fällt es kaum auf, dass jeder Song von unterschiedlichen Urhebern stammt, bekannte Namen reihen sich neben weniger populären, wobei „My Ship" als einziges von international berühmten Persönlichkeiten geschrieben ist, nämlich von Kurt Weill und Ira Gershwin, Bruder von George Gershwin. Die letzte Nummer ist gar ein traditionelles Volkslied und eine besondere Hommage an das Leben in Küstenregionen. Auch die optische Erscheinung lässt sofort auf das zentrale Thema schließen, ein verblichen wirkendes Foto zeigt die Sängerin am Meer vor zwei Schiffen und einer kreisenden Möwe, die Innenseite gibt alte Urlaubsbilder am Strand frei. Einfach alles ist stimmig, dieser leicht veraltete und ausgeblichene Look und das blaulastige Design gehen auch optisch eine Synthese mit den musikerzeugten Stimmungen ein.

Aufgenommen wurde das Album an insgesamt fünf Studiotagen - und das für 42 Minuten Musik verteilt auf zehn Nummern. Diese Zahlen stehen hier wirklich symbolisch für die musikalische Qualität: Es ist einfach offenkundig, wie sorgfältig durchgestaltet jeder Song ist und wie viel Herzblut in das Projekt hineingegossen wurde. Bei Seaside stimmt absolut alles, wodurch dieses Album unbestreitbar zu den hörenswertesten Jazzneuheiten zählt.


Bookmark and Share


Related Links

Liane CarrollLiane Carroll
SeasideSeaside