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Chiyan Wong - Liszt Transfigured - Fono Forum


01 May 2017
Fono Forum
Ingo Harden
4½ Stars

Musik: 4.5/5

Klang: 5/5

Zweierlei hebt das CD-Debut von Chiyan Wong aus dem nicht eben kleinen Kreis der Alben mit Liszt-Operntranskriptionen heraus. Zum einen liegt sein Schwerpunkt auf den weniger bekannten Titeln. Wong hat sich nämlich neben den ,,Réminiscences de Don Juan“, sozusagen dem Klassiker des Genres, zwei der brillanten frühen Borken ausgesucht, die Fantasien über Themen aus Giovanni Pacinis Oper ,,Niobe“ und der ,, Jüdin“ von Jacques Fromental Halévy. Und er schließt sein Programm mit der unvollendet hinterlassenen Fantasie über Themen aus Mozarts "Figaro" - spielt sie jedoch nicht in der von Busoni eingerichteten und halbwegs bekannten Fassung ,,über zwei Motive“, sondern in einer Version, die Leslie Howard sich 1993 für seine Liszt-Gesamtaufnahme neu zurechtgelegt hatte. Sie ist kurz vor Schluss u den von Busoni fallengelassenen Komplex mit dem Menuett aus dem ,,Don Giovanni" erweitert, das in einem prunkenden Arrangement aufleuchtet. Eine lohnende Bereicherung.

Zum anderen sticht die Neuaufnahme durch eine Pianistik aus einer der oberen Qualitätsklassen heraus. Chiyan Wong, 1988 in Hongkong geboren und vornehmlich in England ausgebildet, überspringt nicht nur die in abenteuerlich dichtem Abstand aufgebauten, spieltechnischen Huren dieses Programms fehlerfrei. Er besitzt, wie auch sein charaktervoller Textkommentar zeigt, den rechten Nerv für den Glanz und Schmelz dieser Musik und lasst das ihr immanente süße Gift clever zur Wirkung kommen. Dass sein Vortrag sich dabei auf Kosten der souveranen großen Linie noch in den schonen, manchmal von ihm überakzentuierten Einzelheiten jugendlich, verliert, ist das Einzige, was man ihm ankreiden kann. - Hervorragend natürlicher und naturalistischer Klang.


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