Related Reviews
Gramophone
'With so many Vespers recordings out there, this one joins the ranks of those with both a character of its own and something to say.'
more >>
De Standaard
4 Stars
'Een koortje van solostemmen, een secuur musicerend orkestje en uitgekiende tempo's houden elk detail tegen het licht.'
more >>
Primephonic
4½ Stars
'Most striking is the involving intimacy of a performance that satisfies liturgical need while also remaining alert to the expectations of the contemporary listener.'
more >>
BBC Radio Scotland 'Classics Unwrapped'
'Good line up including the wonderful baritone Peter Harvey whose voice and intelligence shines through in everything he does.'
more >>
Klassieke Zaken
'Butt takes the time to give Monteverdi's emotional power its full weight, well over four centuries after the emergence of this amazing music.'
more >>
BBC Music Magazine
4½ Stars
Performance 5 / Recording 4: 'This compelling and insightful album is an outstanding contribution to Monteverdi's 450th anniversary... Particularly effective is the coloristic sonority of the organ which, by employing the Hauptwerk system, reproduces the sound of an early Venetian instrument.'
more >>
Opus Klassiek
'This new recording of the Vespers may therefore be considered as one of the best of its kind'.
more >>
All Music
4½ Stars
'...this luminous rendition of the 1610 Vespers is one of the most exciting and satisfying for its virtuosity and brilliance.'
more >>
Classic FM
Album of the Week: 'If you want some Monteverdi in your life, you can’t do better than this new recording...'
more >>
The Mail on Sunday 'Event Magazine'
5 Stars
'Any recording by Butt is an event. And this one, recorded with a small, hand-picked choir of ten voices, is special even by his elevated standards.'
more >>
The Observer
4 Stars
'...the recording sounds fresh and clear...'
more >>
BBC Radio 3 'Record Review'
'...the standard of solo singing is outstanding, beautifully ornamented.'
more >>
Europadisc
Disc of the Week: '... this endlessly absorbing, beautifully presented and intensely focused performance from Butt and his forces ticks all the right boxes.'
more >>
Financial Times
4 Stars
'...a virtuoso display of individual talents.'
more >>
The Sunday Times
'...a magnificent choral sound...'
more >>

Dunedin Consort - Monteverdi: Vespers 1610 - Pizzicato


07 November 2017
Pizzicato
Uwe Krusch
4 Stars

Der Hof von Mantua war am Wechsel vom sechszehnten zum siebzehnten Jahrhundert einer der bedeutendsten und kunstsinnigen Höfe seiner Zeit. Vielfältige Anforderungen ergaben sich daraus, dass sowohl weltliche als auch geistliche Musik zur Erbauung der Herrscher gewünscht war. Um beiden Aufgaben gerecht zu werden, unterhielt der Hof für jeden der beiden Bereiche ein eigenes Ensemble mit einem eigenen Leiter.

Claudio Monteverdi war der weltliche Teil zugeordnet. Sein Bestreben, die geistliche Musik zu übernehmen, war nicht erfolgreich. Vor diesem Hintergrund könnte sich jedoch die großartige Komposition der Vespern aus dem Jahre 1610 erklären, die als Bewerbung seiner großen Kunstfertigkeit auch bei der kirchlichen Musik gesehen werden sollte. Die Entstehungsgeschichte ist unklar. Einige sehen hierin eine ursprünglich zu Ehren der Heiligen Barbara entstandene Sammlung, deren Verehrung das wichtigste Fest am Hofe in Mantua war. Dafür sprechen auch manche spezifische Teile der Komposition. Die erfolglose Bewerbung für die Kirchenmusik habe dazu geführt, dass Monteverdi Änderungen vorgenommen habe, um einen allgemeineren Charakter zu erreichen, der eine Aufführung auch anderweitig erlaube. Andere Indizien sprechen dafür, dass es sich direkt um eine geschlossene Komposition zugunsten der Heiligen Maria handeln könnte.

Jedenfalls handelt es sich um eine ausgefeilte Komposition, in der Monteverdi bekannte Formen und Mittel in einer neuen und unerhörten Gestaltung und Kombination einsetzt. Damit komponiert er auf der Höhe der Zeit war und blickt sogar in die Zukunft.

Dunedin Consort’, einem doppelt, bei den Tenören vierfach besetzten Solistenchor, und den His Majestys Sagbutts and Cornetts nun seine Sicht der Dinge vorgelegt. Neben einer sehr hohen Stimmung, deren Verwendung im Beiheft erläutert wird, fällt diese Interpretation durch ihre Herausstellung des polyphonen Charakters der Musik auf. Der helle Klang wird intensiv genutzt, um die unabhängig laufenden Stimmen klar herauszuarbeiten und gegeneinander zu stellen. Im Vergleich zu manch anderer Sicht wie der von Jordi Savall und seinen Ensembles wird dadurch ein aufgerauter Klang erzeugt, der den gleichmäßigeren Wohlklang anderer Darstellungen vermissen lässt. Dadurch öffnen sich natürlich neue Höreindrücke, die die Mehrstimmigkeit hochleben lassen. Sowohl die Sänger mit ihren bis zu zehnstimmig gesetzten Chören als auch die Instrumentalisten geben der Musik eine Lebendigkeit und einen Farbenreichtum, der besticht.

Claudio Monteverdi’s Vespers from 1610 were probably his application to become the leader of the ecclesiastical part of the court music in Mantua. Even though he had no success with his bid, the use of established patterns in new combinations and arrangements show him as an outstanding and innovative musician. The performance by John Butt and his ensembles is lively and colourful.


Bookmark and Share


Related Links

Dunedin ConsortDunedin Consort
John ButtJohn Butt
Monteverdi: Vespers 1610Monteverdi: Vespers 1610