Related Reviews
Musikansich
4 Stars
'...all these variations require a fresh, attentive ear that with repeated listening can perceive subtle new transformations and nuances.'
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BBC Music Magazine
4½ Stars
'...the consort's percussive energy brings a contemporary feel to proceedings and the result, beautifully recorded in Boxgrove Priory, turns out to be very convincing.'
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Stretto
'Phantasm plays this endless energetic music, full of rhythmic articulations and provocative harmonies, in a more than gorgeous way.'
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De Volkskrant
4 Stars
'Phantasm is paradise for early music nerds…'
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All Music
4½ Stars
'Phantasm demonstrates that Tye was capable, assured, and even daring in his contrapuntal invention...'
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Gramophone
'This collection of his complete consort music throws up surprise after surprise – a revelation of a recording that offers a startling perspective on a familiar musical landscape.'
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Presto Classical
Editor's Choice: '...vibrant, full-blooded performances - the music really dances...'
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BBC Radio 3 'Record Review'
'It’s hard to imagine Tye’s complexities and idiosyncrasies being laid before us by a viol consort with more beauty than this...'
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Financial Times
4 Stars
'Sometimes plangent, often ebulliently uplifting, these are ever unpredictable pieces...all are exquisitely played by Phantasm...'
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The Guardian
4 Stars
'...what strikes me about this recording is its suaveness, its evenness, its consistent beauty.'
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Phantasm - Tye - Pizzicato


05 November 2017
Pizzicato
Uwe Krusch

Ein ähnlicher Affront wird Mozart zugeschrieben, wie er auch für Christopher Tye nach seinem Tode überliefert wurde. Als Tye in der Kapelle der Königin Elisabeth Orgel spielte und dabei „viel Musik und wenig Vergnügen für das Ohr“ produzierte, ließ die Königin ihm mitteilen, dass er in falscher Stimmung gespielt habe. Darauf antwortete er ihr, dass ihre Ohren verstimmt seien. Diese Anekdote ist vielleicht nur erfunden, scheint aber einen realen Bezug zu haben, da Tye auch als mürrisch und launisch beschrieben wurde.

Auch in den Kompositionen dieses englischen Komponisten der Renaissance finden sich solche Frechheiten. Die vollständig eingespielten Instrumentalwerke, soweit sie überliefert wurden, zeigen Auffälligkeiten. So wird beispielsweise in ‘Crye’ das Geschrei der Straße imitiert, bei ‘Trust’ stampft der ‘Cantus Firmus’ im Metrum von fünf Schlägen, was die anderen Stimmen schlichtweg ignorieren und eigene Wege gehen, und in ‘Free from all’, verstößt der Komponist gegen allen harmonischen Anstand. Es gibt also einiges zu entdecken.

Das Grundgerüst der vorgestellten Werke bilden die 23 ‘In Nomine’- Vertonungen, die durch weitere Sätze mit teilweise religiösem Bezug ergänzt werden. Damit kann Tye als Begründer einer Tradition angesehen werden, denn die Zahl der ‘In Nomine’-Vertonungen ist Legion.

Für welche Besetzung die Stücke vorgesehen waren, ist, wie vieles andere, nicht belegt. Allerdings bietet sich die Präsentation mit einem Gambenconsort an. Das Ensemble ‘Phantasm’ hat sich dieser Aufgabe mit seinem ganzen und vielfach gelobten Können angenommen. So ist eine spielfreudige und nuancierte Darstellung gelungen, die einen weiteren Puzzlestein aus der reichhaltigen Welt der englischen Musikgeschichte einordnet und mit viel Musik und auch viel Vergnügen für das Ohr des heutigen Hörers erfreut.


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