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Fanfare
Alfie Boe "has a lovely voice, a lyric tenor with a warm, hearty midrange and liquid gold in the upper notes..."
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MusicWeb International
"...pleasure there is to be had here in abundance."
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The Scotsman
4 Stars
"...an ideal stocking filler for lovers of light opera."
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classicalsource.com
"...a Christmas treat for those with a sentimental soul."
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Scotland on Sunday
4 Stars
"...it's highly worthwhile, reminiscent of early Richard Tauber."
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AudioVideoHD
5 Stars
"La voz de Alfie Boe luce estupendamente..."
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Classic FM Magazine
"...a perfect vehicle for Boe's smooth tones and winning personality."
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International Record Review
"Boe brings much variety...thought has been brought to bear on the interpretations."
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Fanfare
Alfie "sings every selection with heartfelt sincerity"
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Alfie Boe - Love was a Dream - Klassik.com


14 September 2010
Klassik.com
Silke Meier-Kunzel

Dass das Operettensingen zum Schwierigsten gehört, was ein Sänger zu bewältigen hat, ist keine Neuigkeit. Wie hoch dieser Schwierigkeitsgrad ist, wird Hörern bei allen Arten von Operettenaufnahmen, seien es nun Gesamt- oder Einzelaufnahmen, immer wieder klar. Der britische Tenor Alfie Boe, laut Bookelttext auf dem Gebiet der Operette kein unbeschriebenes Blatt, seinem Publikum durch vier Soloalben und die Interpretation diverser Rollen - darunter Alfredo, Rodolfo, Don Ottavio und Ferrando, bekannt -, widmet sich in seinem jüngsten Album der Operette Franz Lehárs.

Positiv zu vermerken ist die Aufnahme sämtlicher Nummern in englischer Sprache, womit die Nähe der Operette zu ihrem Hörer gewahrt ist. In den meisten Fällen ist Boes Textverständlichkeit auch recht hoch. Seine Interpretation lässt allerdings zu wünschen übrig. Der Funke und der Charme des Sängers springen nur in den wenigsten Fällen über. So ist das Viljalied aus der ‘Lustigen Witwe' mit einem sehr leisen, fast zärtlichen Ton ansprechend gedacht, aber es bleibt im Klang doch seltsam blutarm und konstruiert. Auch ‘Oh maiden, my maiden' aus ‘Friederike' ist schön gesungen, wenngleich sich hier wie in vielen anderen Nummern eine geknödelte Höhe Bahn bricht. So ist das Potential in Boes Stimme durchaus hörbar, aber die nötige Leichtigkeit in der Gestaltung fehlt. Auch die restlichen Nummern von ‘Girls were made to love and kiss' aus ‘Paganini' über ‘Love unspoken' aus der ‘Lustigen Witwe' - die Bereitschaft, sich Nummern als Tenorsolo anzueignen, die nicht dafür konzipiert sind ist durchaus fragwürdig, zumal sich Nummern aus dem Repertoire Boes mehr anböten - bis zu ‘Just believe it's true' aus ‘Schön ist die Welt' lassen den Hörer somit unbefriedigt zurück.

Es gibt allerdings einige wohltuende Ausnahmen. Boes helle Tenorstimme scheint sich in den dramatischeren Nummern deutlich wohler zu fühlen. So gelingt ihm ‘Friends, this ist the life for me!' aus ‘Guiditta' mit den großen Melodiebögen und den Möglichkeiten zur stimmlichen Kraftentfaltung durchaus ansprechend. Seine Stimme klingt hier voll und strahlend. Schon mit ‘Beautiful Italy' aus ‘Paganini' kann Boe endlich ein neues Tempo anschlagen, was den Hörer aus einer langsam einsetzenden Lethargie befreit. Und in ‘Farewell, my love, farewell' aus ‘Frasquita' ziehen sogar die leisen, leichten Töne in ihren Bann.

Es ist durchaus nicht nur Alfie Boe anzulasten, dass dieses Lehár-Album so wenig Lust auf mehr macht. Michael Rosewell hat an diesem Eindruck mindestens genau soviel Anteil: Sein Dirigat lässt The Orchestra of Scottish Opera klangschön im Hintergrund musizieren. Es fehlt jedoch an einer persönlichen Note, an differenzierter Tempoausgestaltung, an Witz, an schwelgerischen Streichern und Leichtigkeit.


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