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Boston Globe
'Pearlman’s soloists — soprano Mary Wilson, mezzo-soprano Abigail Fischer, tenor Keith Jameson, and bass-baritone Kevin Deas — are an appropriately anguished quartet, and the performance as a whole is a fervent one…'
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The Arts Desk
‘Two masterpieces on a well-produced disc - brilliant music, performed with style.’
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Audiophilia
Recommended New Release: 'The performance of both works has the sprightliness, transparency and precision of line that typically result when baroque specialists play classical-era repertoire; I also love the recording, which adds a touch of warmth…’
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Choir & Organ
4 Stars
‘…a vigorously lively performance…under the exacting leadership of Martin Pearlman.’
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The Whole Note
‘Boston Baroque certainly captures the character of those times, deftly alternating huge dynamic ranges that switch from jubilant and boisterous celebration to reflective and prayerful gratitude.’
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International Record Review
'...superbly rendered...vibrant, idiomatic and fluent...'
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Crescendo
‘…ce disque est principalement dominé par une bonne humeur indétrônable. En effet, la jovialité sonore s’entend très distinctement comme elle se devine chez les musiciens heureux à leur instrument.’
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Audiophile Audition
5 Stars
'...a wonderful release...can't be recommended highly enough.'
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New York Times
'...rhythmic verve and intensity. A fine quartet of soloists...'
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BBC Music Magazine
'...a vigorous, well paced reading of Haydn's fieriest Mass...'
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Infodad.com
'...how lively and alive that rediscovery has been - and with how much power and wonder...'
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AllMusic.com
‘...precise work on historical instruments, and for clean, bright approach free from mannerism.’
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News Observer
'An engaging Haydn... a vivid, incisive account of this uplifting music.'
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The Obersver
'a unique setting, freshly captured...'
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The Sunday Times
'The orchestra, in both the Mass and the symphony, play with a justified delight in this life-affirming music.'
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Words and Music
Disc of the Day: ‘The disc makes an impact, with its comforting mass and cheerful symphony.’
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Musical Toronto
'A boisterous Haydn Lord Nelson Mass from Boston Baroque...a sparkling performance.'
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Classics Today
'...the big moments in the Gloria and Credo come off so effectively.'
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Boston Baroque - Haydn: Lord Nelson Mass - Chorzeit


20 February 2014
Chorzeit
Ute Schalz-Laurenze
4 Stars

Missa in angustiis» - «Messe in Bedrängnis», nannte Joseph Haydn seine Messe von 1798 (dem Uraufführungsjahr der «Schöpfung»), die er als eine von sechs im Auftrag des FürstenEsterházy schrieb. Durch die politischen Ereignisse erhielt sie den Namen «Nelson-Messe»: 1800 ließ der Fürst das Werk zu Ehren des Siegers über die Franzosen in der Schlacht von Abukir aufführen. Nachdem schon mehrere Einspielungen des populären Werkes aus der historischen Aufführungspraxis vorliegen - unter anderem von Harnoncourt und Gardiner - präsentieren nun Chor und Orchester von Boston Baroque das eigenwillige Werk und machenerneut unmissverständlich klar, dass es für diese Literatur keine Alternative zu alten Instrumenten gibt: Das ohnehin schon geheimnisvolle, auch eigenartige Klangbild der Streicher mit drei Trompeten und Pauken - ohne Holzbläser - mit seinen präzisen Artikulationen erklingt in jedem Augenblick mit einer ungemein vorwärtsdrängenden Spannung. So gleich zu Anfang das aus unerbittlicher Bedrohung aufklingende «Kyrie» mit seinen explosiven rhythmischen Trompetenklängen, auch die scharfen Trompeten in dem Flehen des Soprans und der Streicher.


In Haydns einziger Messe in Moll wird einerseits seine fraglose Frömmigkeit ebenso evident wie sein Bezug zur Realität - großartig im «Benedictus», wenn die Fanfaren eher den weltlichen Herrscher ankündigen (nachweislich kann das nicht der Admiral Nelson gewesen sein, denn Haydn erhielt diese Nachricht erst später). «Straff und aggressiv » nennt Dietmar Holland nicht zu Unrecht die Komposition und so wird sie auch von einem der ältesten historischen Orchester samt Chor virtuos und klangschön musiziert, mit stilsicheren Akzenten von den Solisten Mary Wilson (Sopran), Abigail Fischer (Tenor), Keath Jameson (Tenor) und leider etwas angestrengt von Kevin Deas (Bass). 


Noch im hohen Alter schrieb Haydn Musik von unvorstellbarer Frische und berstenden Ideen. Von den weit über 100 Sinfonien ist jede vollkommen anders, und die zwölf in London vom Verleger Peter Salomon bestellten Werke ganz besonders. Anders in ihrer Komik, ihren immer überraschenden Formen, ihrer Instrumentation, man kann sogar sagen, anders darin, was überhaupt eine Sinfonie sei. Der große Experimentator Haydn kennt keine Gesetze oder Grenzen. Carl Friedrich Zelter bescheinigte ihm: «Sie haben das Feuer vom Himmel geholt».Die letzten fünfzehn Takte der Sinfonie 102 (1794) mögen dafür beispielhaft sein, wenn Haydn uns nach einem verfremdeten kroatischen Marschthema auf witzige Weise vorführt, was für ein Problem der Abschluss eines Stückes sein kann. Das ist von den Bostonern pfiffig gemacht: Er kommt einfach nicht zum Ende. Und genau das haben die Bostoner humorvoll und pfiffig umgesetzt.    


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