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Beethoven Piano Concertos 3, 4 & 5 - Sempre Audio


01 May 2009
Sempre Audio
Michael Holzinger

Es ist bereits das zweite Mal, dass das Scottish Chamber Orchestra und Sir Charles Mackerras zusammen arbeiten. Im letzten Jahr präsentierte man die von der Kritik hochgelobte Aufnahme von Wolfgang Amadeus Mozarts Sinfonien 38 bis 41. Nunmehr widmete man sich Ludwig van Beethovens wichtigsten drei Klavierkonzerten. Gemeinsam mit dem Pianisten Artur Pizarro entstand eine schlicht wunderbare Aufnahme.

Ursprünglich wollte man nur das Klavierkonzert Nr. 3 in c-moll und das Klavierkonzert Nr. 4 in G-Dur von Ludwig van Beethoven aufnehmen. Dieser Plan wurde aber sehr rasch verworfen. Die Aufnahmen gingen so rasch und mit so hervorragenden Ergebnissen über die Bühne, dass sich das Produktionsteam dazu entschloss, auch Beethovens fünftes und letztes Klavierkonzert in Es-Dur aufzunehmen. Ein Glücksfall, denn so erhält man mit dieser Aufnahme von Linn Records die wohl wichtigsten Klavierkonzerte Beethovens in einer erstklassigen Einspielung und in herausragender Klangqualität auf zwei Hybrid-SACDs.

Neben seinen zahlreichen Klaviersonaten zählen Beethovens fünf Klavierkonzerte zu den wichtigsten Klavierwerken der Musikgeschichte. Beethoven war ein exzellenter Pianist, sodass er seine Werke vom Klavier ausgehend komponierte. Während seinen ersten beiden Klavierkonzerten nicht so große Bedeutung zukommt, stellen die letzten drei die wichtigsten Werke im Übergang zwischen der Klassik und der Romantik dar.

Beethovens Klavierkonzert Nr. 3 in c-moll, Op. 37, entstand in der Zeit von 1800 bis 1803, wobei erste Notizen für dieses Werk bereits aus dem Jahr 1796 stammen. Es nimmt in zweierlei Hinsicht eine Sonderstellung in Beethovens Klavierkonzerten ein. So ist es das einzige Klavierkonzert Beethovens, das in einer Moll-Tonart komponiert wurde. Darüber hinaus ist es das erste Klavierkonzert, das sinfonische Elemente enthält, und somit nicht mehr für einen Salon, sondern für einen Konzertsaal komponiert war.

Beethoven widmete dieses Klavierkonzert Louis Ferdinand von Preußen, den er im Jahr 1796 in Berlin traf. Louis Ferdinand von Preußen war eigentlich General in der Preußischen Armee, darüber hinaus widmete er sich aber auch den Künsten, und war passionierter Pianist und betätigte sich auch als Komponist. Sein Können dürfte ausgereicht haben, um Beethoven zu imponieren. Zumindest sprechen Quellen davon, dass sich Beethoven sehr beeindruckt von den musikalischen Fähigkeiten des Prinzen gezeigt habe.

Uraufgeführt wurde das Klavierkonzert Nr. 3 in Wien, wobei Beethoven selbst als Solist auftrat. Er bat seinen Freund Ignaz von Seyfried, für ihn an diesem Abend die Noten umzublättern. Seyfried soll danach gesagt haben, dass die Blätter bis auf ein paar für ihn nicht verständliche Hieroglyphen komplett leer gewesen seien. Beethoven hatte scheinbar schlicht noch nicht die Zeit gefunden, das Konzert komplett niederzuschreiben, und es einfach aus dem Gedächtnis gespielt.

Beethovens Klavierkonzert Nr. 4 in G-Dur, Op. 58, gilt in der Literatur als Beethovens bedeutendstes Klavierkonzert, da es die Entwicklung, die der Komponist mit dem dritten Klavierkonzert einleitete, konsequent fortsetzt. Somit stellt es den eigentlichen Wendepunkt zwischen den Epochen der Klassik und der Romantik dar. Man spricht bei diesem Konzert erstmals von der Verschmelzung Sinfonie und Klavierkonzert zum sinfonischen Klavierkonzert.

Es entstand in der wichtigsten Schaffensperiode des Komponisten und somit in derselben Periode wie Beethovens 5. und 6. Sinfonie sowie dem Violinkonzert Op. 61. Es wird den Jahren 1805 bis 1806 zugeschrieben, wurde aber erst im März 1807 im Rahmen eines privaten Konzerts aufgeführt. Die tatsächliche Uraufführung fand überhaupt erst im Jahr 1808 statt. Und zwar am 22. Dezember im Theater an der Wien in einer legendären Akademie. Diese über vier Stunden andauernde Akademie war ein wahrer Marathon.

An diesem Abend wurden neben dem Klavierkonzert Nr. 4 in G-Dur, Op. 58, auch die Sinfonien Nr. 5 und Nr. 6 sowie Teile der Messe in C-Dur, Op. 86, sowie die Chorfantasie uraufgeführt. Beim Klavierkonzert saß einmal mehr Beethoven selbst am Klavier und spielte laut Zeitzeugen viel mehr als tatsächlich am Papier stand. In Manuskripten Beethovens sollen sich entsprechende Anmerkungen finden, dennoch wurde das Werk in der gedruckten Fassung überliefert. Dieses Werk widmete Beethoven Erzherzog Rudolph.

Zwar begann Beethoven im Jahr 1815 ein weiteres Klavierkonzert, verwarf dies aber sofort wieder, zudem schrieb er sein Violinkonzert in späten Jahren für Klavier um. Daher ist das Klavierkonzert Nr. 5 in Es-Dur, Op. 73, das letzte vollendete, reine Klavierkonzert des Komponisten.

Auch dieses fünfte Klavierkonzert widmete Beethoven Erzherzog Rudolph. Es entstand im Jahr 1809. Da dieses Klavierkonzert in Es-Dur komponiert wurde - Beethoven verwendete diese Tonart zumeist um Heldentum auszudrücken - wird dieses Werk im englischen Sprachraum auch als Emperor bezeichnet.

Beethovens letztes Klavierkonzert stellt den Abschluss der mit den ersten vier Klavierkonzerten vorangetriebenen Entwicklung hin zum sinfonisch geprägten Klavierkonzert dar. Beethoven schrieb dieses Werk bereits im Zustand fortgeschrittener Taubheit. Zeitzeugen berichten, Beethoven hätte sich fürs Komponieren dieses Werks teilweise in den Keller seines Hauses zurückgezogen, da Napoleons Armee Wien belagerte, und die französische Artillerie die Stadt beschoss. Beethoven wollte so zumindest die verbliebenen Reste seines Gehörs retten.

Uraufgeführt wurde das Werk erst im Jahr 1811, und zwar im Gewandhaus zu Leipzig mit dem Pianisten Friedrich Schneider als Solist.

Drei überaus spannende Werke also, die sich Artur Pizarro und das Scottish Chamber Orchestra sowie der Dirigent Sir Charles Mackerras für diese nun vorliegende Aufnahme vorgenommen haben. Umso erstaunlicher ist, dass diese Aufnahme an lediglich drei Tagen stattfand, und zwar zwischen dem 2. und 5. November 2008 in der Perth Concert Hall in Schottland. Nicht nur der Tontechniker Philip Hobbs und der Produzent James Mallinson haben also ganze Arbeit geleistet.

Allen voran überzeugen der portugiesische Solist Artur Pizarro und das Scottish Chamber Orchestra unter der Leitung von Sir Charles Mackerras. Mackerras und Pizarro wagen bei dieser Aufnahme auch die ein oder andere Neuinterpretation, sodass auch jene, die diese Konzerte schon in diversen Einspielungen ihr Eigen nennen, mit dieser Neueinspielung ihre Sammlung um eine neue Sichtweise von Beethovens wichtigsten Klavierwerken erweitern können.

Bei dieser Einspielung handelt es sich um die erste Aufnahme von Linn Records, die mit 192 kHz aufgenommen wurde. Demzufolge steht diese Aufnahme nicht nur in klassischer Form auf optischem Datenträger, sondern auch im hochauflösenden FLAC-Format sowie Studio Master 192 kHz zum Download zur Verfügung. Über den klassischen Vertriebsweg erhält man zwei Hybrid-SACDs mit Stereo- und Surroundabmischung. Der CD-Layer der Datenträger ist zudem als HDCD kodiert.

Besonders hervorheben muss man das sehr ausführliche Booklet. Dieses enthält nicht nur eine sehr detaillierte Beschreibung der Werke sowie des Pianisten, des Dirigenten und des Orchesters im Allgemeinen. Linn Records würdigt die Leistung des Scottish Chamber Orchestra zudem mit einer namentlichen Nennung aller Orchestermusiker. Ein Schritt, den man dem Label hoch anrechnen muss. Eine derartige Wertschätzung bringen nur wenige Labels ihren Künstlern entgegen.

Gleichgültig, ob man die Interpretationen des Pianisten und Dirigenten teilt, eins hört man auf jeden Fall: das Scottish Chamber Orchestra und Sir Charles Mackerras bilden eine erstklassig aufspielende Einheit, die der Pianist Artur Pizarro perfekt ergänzt. Pizarro meint dazu: „Ich wäre nicht erstaunt, wenn ich nie wieder einen besseren Partner für diese Concerti finden würde!" Die Audioqualität ist in jedem Fall überragend und sowohl in Stereo als auch Surround atemberaubend.


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