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Bartok and Kodaly - SCO - Klassik.com

Sir Charles Mackerras ist als Dirigent vor allem durch seine Vertrautheit mit der Musik Tschechiens bekannt. Mit den Einspielungen von Werken Bartóks und Kodálys beweist er jedoch, dass er sich auch in Sachen ungarischer Musik bestens auskennt. Die Zusammenstellung, die Mackerras wählte, ist mit Kodálys ,Dances of Galanta' sowie Bartóks ,Divertimento' und ,Musik für Saiteninstrumente, Schlagzeug und Celesta' ebenso logisch wie ungewöhnlich. Logisch, weil Bartók und Kodály nicht nur beide ungarischer Nationalität und gute Freunde waren, sondern auch beide in der Volksmusikforschung ihres Landes ihre große Berufung sahen. Ungewöhnlich, weil mit Kodálys Tänzen und Bartóks ,Musik für Saiteninstrumente, Schlagzeug und Celesta' große Extreme aufeinanderprallen. Das fröhlich-folkloristisch anmutende Werk Kodálys wird durch den dramatisch-düsteren Charakter der Bartók- Musik derart kontrastiert, als würde man siedendes Wasser zum gefrieren bringen. Da Bartóks ,Divertimento' zum Schluss von seiner Satzanlage her gesehen ein Kontrastprogramm per se darstellt, entsteht eine Art Hin und Her zwischen lebendigen, von ungarischer Volksmusik beeinflussten Passagen und düsterer ,Nachtmusik'.

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Klassik.com
05 January 2005