Robin Ticciati & DSO - Debussy & Faure - Pizzicato

Gleich in Gabriel Faurés ‘Pénélope’ erheischt Robin Ticciati Aufmerksamkeit mit einer wohl ausbalancierten und spannungsreichen Interpretation. Die CD ist die erste des Dirigenten mit dem Orchester, dem er nun als Chefdirigent vorsteht. Und das ‘Deutsche Symphonieorchester Berlin’ reagiert sehr gut auf sein Dirigieren, das dem Orchester genug Freiheit zum spontanen Musizieren lässt und doch auch die Führungskraft hat, um der Musik eine persönliche Form zu geben.

Diesen Eindruck von kontrollierter Intensität kennzeichnet auch die stimmungsvolle Aufführung der von Charlies Koechlin bearbeiten Suite ‘Pelléas et Mélisande’.

Brett Dean hat in seiner Orchestrierung von Debussys ‘Ariettes Oubliées’ für Mehrwert gesorgt, und Magdalena Kozena erweist sich hier als eine einfühlsam gestaltende Interpretin.

‘La Mer’ geht der Dirigent visueller und dramatischer an, als es sich Debussy in seinen impressionistischen Ideen vorgestellt haben mag, aber er erzeugt letztlich so viel Spannung, dass das Geheimnisvolle von Meeren und Ozeanen voll spürbar wird. Bei Ticciati wird das Meer in Debussys intensiv vibrierender Musik zu etwas Unheimlichem, Rätselhaften, das für Bedrohung und Gefahr steht, und die Musik türmt sich in den prächtigen Klängen des DSO wie eine bedrohende Macht vor dem Hörer auf.

 

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