Related Reviews
ForumOpera.com
4 Stars
'Ils nous offrent la plus belle version enregistrée de l'œuvre, tout simplement, en conclusion d'un disque passionnant, qui prouve que, à condition d'être abordé intelligemment, le romantisme n'est pas mort.'
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Herald Scotland
'...the orchestra brings fresh style and insight...a real ear-opener...The sound engineers at Linn capture every shimmering hue.'
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The Times
4 Stars
'This is Berlioz up close and personal, and wonderful to behold.'
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Infodad
'...very impressive indeed.'
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Opera News
'... she moves between soft-edged delicacy and a glamorous steeliness with ease...'
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Musica
4 Stars
‘…l’ottima Scottish Chamber, ma certamente colpisce, in questo CD, il ricorso continuo a tinte astello, il rifiuto totale dell’enfasi, del canto spiegato e la ricerca della sobrieta`, dell’eleganza.’
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Limelight
‘Cargill’s Cleopâtre gives even Dame Janet a run for her money...a real revelation.’
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Limelight
4½ Stars
'I can’t imagine even the best chamber orchestra playing with such luxuriance and control.'
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AllMusic.com
'Cargill's marquee performance of Les nuits d'été is breathtaking.'
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American Record Guide
'...penetrating and intimate...'
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MusicWeb International
‘This is an outstanding disc…there’s a delightful transparency to the orchestra textures at all times.’
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BBC Radio 3 'CD Review'
‘It’s an excellent display of the richness of her voice and the vocal and dynamic range. And the playing while the chamber scale sucks us into the heart of the poetry with the really clean, clear sound the Scottish Chamber Orchestra can produce.’
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International Record Review
‘Karen Cargill is up against some illustrious mezzo competition on disc, yet her ravishing account of Les nuits d’ete ranks up there with the best of them.’
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MusicWeb International
‘I was completely entranced…sounds excellent.’
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The Arts Desk
‘Robin Ticciati achieves exactly the right lightness, the delicacy, in a song cycle which should ideally delight as much as it moves. He’s well matched by mezzo-soprano Karen Cargill…Best of all is L’île inconnue; Cargill’s “Où voulez-vous aller?” is impossible to resist.’
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The Independent
5 Stars
'...a performance of extraordinary musical delicacy...'
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Gramophone Magazine
Record of the Month: ‘One of the striking facets of Ticciati's conducting and the SCO's playing is the clarity and detail that spring from the score'
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Gramophone
CD of the month: ‘One of the striking facets of Ticciati’s conducting and the SCO’s playing is the clarity and detail that spring from the score.’
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Sinfini Music
4 Stars
'...the technical command and hyper-accurate tuning are bombproof.'
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Financial Times
4 Stars
'Not since Régine Crespin 50 years ago has this music been so attractively interpreted...'
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Financial Times
4 Stars
Robin Ticciati’s grasp of the music’s romantic bloom is one of this disc’s attractions
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The Guardian
5 Stars
'...wonderfully controlled and exquisitely shaded...'
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SA-CD.net
5 Stars
'One does not need to have heard this work before (or to understand French) to appreciate the stopping of the beating heart rhythm to know what this symbolises.'
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The Times
4 Stars
'...piercing clarity of colour and texture; heightened drama; increased tenderness and intimacy.'
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The Guardian
'wonderfully controlled and exquisitely shaded'
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BBC Music Magazine
5 Stars
'...contributes an air of freshness and immediacy which I greatly enjoyed.'
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The Sunday Times
[Cargil's] Nuits d'ete and Cleopatra suggest a Trojans Dido of stature in the making.
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AllMusic.com
'...this is one of the best recordings of Les nuits d'été available.'
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Robin Ticciati - Scottish Chamber Orchestra - Berlioz: Les nuits d'ete - Klassik


28 August 2013
Klassik
Florian Schreiner
4½ Stars

Interpretation: 4 stars
Klangqualität: 5 stars
Booklet: 4 stars

Zitternd und bebend

Robin Ticcatis zweite Berlioz-Einspielung mit dem Scottish Chamber Orchestra übertrifft den Vorläufer, nicht zuletzt wegen Karen Cargills betörendem Piano-Timbre in 'Les nuits d'été'.

Allein schon wegen der rein orchestralen Zugabe lohnt es, diese Aufnahme zu hören. Denn das Scottish Chamber Orchestra unter der Leitung von Robin Ticciati macht die 'Scène d'amour' aus Hector Berlioz‘ Dramatischer Sinfonie 'Roméo et Juliette' zu einem orchestralen Klangvergnügen, das nicht nur das Säuseln der Blätter und das Beben der Herzen, sondern auch den Austausch der Liebenden suggestiv nachzeichnet. Robin Ticciati knüpft mit dieser Berlioz-Aufnahme an seine ebenfalls bei Linn als hybride SACD herausgekommene 'Symphonie fantastique' an. Auch hier zeigen sich Orchester und Dirigent vom historisch informierten Zugang deutlich beeinflusst: Der Streicherklang ist äußerst variabel und geht von einem sehr reduzierten Vibrato aus, weiß aber auch klangsinnlich aufzublühen und in gleichem Maß fahl auszutrocknen. Dem Vorbild historisch informierten Musizierens verdankt sich auch ein Phrasierungsideal, das auf kürzesten Strecken (oft innerhalb weniger Takte) mit dynamischer Feinarbeit Gesten des Öffnens und Schließens ausprägt und auf diese Weise der Musik Sprachcharakter verleiht. So tritt in dieser‚ Liebesszene‘ das dialogische Element deutlich in den Vordergrund, während sich andere Interpreten oft auf das liebliche Klangfarbenspiel und den sogenannten großen Bogen konzentrieren. Wunderbar leichtfüßig, aber doch mit fiebriger Liebeslust und bebendem Herzen wird hier etwa die Cellolinie gezeichnet.

Mit der dynamischen Feinarbeit der sprachnahen Phrasierung korrespondiert bei Robin Ticciati eine freie Temponahme, die das Klanggeschehen stets in freiem Fluss hält - mal sachte nach vorn drängend, mal sanft zurückhaltend. Das kommt auch der Orchesterbegleitung der Kantate 'La mort de Cléopâtre' sehr zugute. Ohne je ins Buchstabieren oder klassizistische Bausteinmusizieren zu verfallen, wie dies den Berliner Philharmonikern unter Simon Rattle in diesem Stück passiert ist, nimmt das höchst agile Scottish Chamber Orchestra den dramatischen Impuls auf und begeistert mit hochflexiblem, klangfarblich ungemein reich schattiertem Musizieren.

Die schottische Mezzosopranistin Karen Cargill, eine Berlioz-erfahrene Sängerin, lässt es an dramatischem Impetus nicht fehlen. Sie verfügt über eine weich timbrierte Mittellage, mit der sie die lyrischen Momente, etwa Cleopatras Rückschau, auskostet. Geht es allerdings mit dynamischer Kraft und expressiver Attacke in die Höhe, bekommt ihre Stimme eine unangenehme Schärfe, die durch das rasche und in der Höhe etwas aus den Fugen geratende Vibrato verstärkt wird.

Ähnlich verhält es sich in den sechs Liedern, die Berlioz unter dem Titel 'Les nuits d'été' zusammengefasst hat (von einem Liederzyklus im engeren Sinn kann man hier kaum sprechen). Das schnelle Vibrato, das die Sängerin nur momentweise zurücknimmt (etwa in 'Sur les lagunes'), lässt die ruhige Kantilene in 'Le spectre de la rose' etwas flackernd erscheinen, allerdings verblasst das schnell vor der wohligen Wärme von Karen Cargills Mezzosopran, die vor allem in Pianoregionen ihre Stimme edel glänzen lässt. Hinzu kommt ein schmiegsames Legato, das vor allem im letzten Teil von 'Absence' zu begeistern weiß sowie im Eingangsabschnitt des folgendes Liedes 'Au cimetière'.

Wie es bei Produktionen aus dem Hause Linn Usus ist, kann die SACD mit einer exzellenten Klangqualität aufwarten, die den ganzen Farbenreichtum des klein besetzten Orchesters optimal zur Geltung bringt, in der Balance zwischen Singstimme und Klangkörper perfekt geraten ist und nicht zuletzt im dynamischen Bereich eine riesige Spanne aufweist, vor allem aufgrund der feinen Abstufungen im Piano- und Pianissimo-Bereich. Das rein englischsprachige Beiheft enthält ausführliche Einführungstexte zu den drei Werken sowie die Gesangstexte inklusive englischer Übersetzung.    


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